Wörterbuch des Staats- und Verwaltungsrechts
Wörterbuch des Staats- und Verwaltungsrechts

Wörterbuch des Staats- und Verwaltungsrechts

Mein Motiv, das mir Anfang Januar 2018 übermittelte Rezensionsangebot des Kommunal- und Schulbuchverlages Wiesbaden zur Zweitauflage des „Wörterbuches des Staats- und Verwaltungsrechts“ anzunehmen, war vor allem eines: Große Neugier. Publizistisch und wissenschaftlich sind Verwaltungen, und hier vor allem auf kommunaler Ebene, mein Thema. Es mag daran liegen, dass ich kein Jurist bin. Aber ich konnte mir schlichtweg nicht vorstellen, wie man die umfassende Materie des Staats- und Verwaltungsrechts für alle staatlichen Ebenen in einem Wörterbuch unterbringen kann, das gerade einmal 600 Seiten umfasst. Bei diesem Gegenstand erschien vielmehr ein mehrteiliges Werk vor meinem geistigen Auge, was vermutlich daran liegt, dass ich in einer Zeit sozialisiert wurde, in der die vielbändigen Lexika von Brockhaus und Co. die deutschen Bücherschränke schmückten.

Als das im Vergleich dazu schmale Paperbackbuch bei mir ankam, las ich als erstes den Rückentext. Nach dieser Lektüre war mir klar, dass ich mit einem schlüssigen Selektionsergebnis für die Begriffswelt rechnen kann, die Eingang in dieses Wörterbuch gefunden hat. Denn der Autor hat sich auf Nutzer festgelegt, die ausgebildet werden, studieren oder in der beruflichen Praxis „gelandet“ sind. Das ist natürlich eine Einschränkung, aber eine sehr vernünftige. Dieses Urteil wird dadurch gestützt, dass Reiner Stein als Verfasser sehr genau weiß, wovon er redet. Denn er hat den Begriffskanon nicht im akademischen Elfenbeinturm definiert, sondern aus seinen praktischen Erfahrungen geschöpft. Er ist Leiter des Ausbildungsinstituts und Dozent für Allgemeines und Besonderes Verwaltungsrecht an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege des Landes Mecklenburg-Vorpommern.  In dieser Profession ist er Autor und Anwender in einer Person. Und weiß damit, welche realen Bedarfe seine Studenten an der Hochschule und später als Verwaltungsmitarbeiter an semantischer Klarstellung haben. Insofern habe ich größtes Vertrauen, dass Reiner Stein genau jene Stichworte ausgewählt hat, die in Praxis und Lehre besonders häufig genutzt werden. Wenn es bei deren Anwendung Klärungsbedarf gibt, ist das handliche Wörterbuch ein geradezu idealer Begleiter.

Die erste Auflage erschien übrigens im Jahr 2016. Deren Ausverkauf war natürlich ein starker Grund, die Druckmaschinen neuerlich in Gang zu setzen. Ein mindestens ebenso gewichtiger Antrieb aber waren die Erfahrungen, die der Autor in der eigenen Lehrtätigkeit mit dem Lexikon gesammelt hat sowie – darauf verweist er im Vorwort – zahlreiche Hinweise aus einer positiv gestimmten Leserschaft. Umgesetzt wurden sie per Neuaufnahme von zahlreichen Begriffen sowie mit der Überarbeitung vieler bereits vorhandener Stichwörter mit dem Ziel besserer Verständlichkeit. Ich habe speziell unter diesem Aspekt etlichen Stichproben gemacht und kann Reiner Stein ein großes Kompliment machen: Ich habe als Nichtjurist alle dabei zur Kenntnis genommenen Begriffsbestimmungen verstanden. Nun steht das Rezensionsexemplar in meinem Bücherschrank, und ich weiß ganz sicher, dass ich es sehr oft zur Hand nehmen werde.

Reiner Stein: Wörterbuch des Staats- und Verwaltungsrechts für Ausbildung, Studium und Praxis

Kommunal- und Schulverlag Wiesbaden
2. und bearbeitete und erweiterte Auflage 2018
ISBN 978-3-8293-1319-3
www.kommunalpraxis.de
Rezensent: Prof. Dr. Michael Schäfer
Bewertung: *****

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