„Lesen gefährdet die Dummheit“
Gabler Wirtschaftslexikon

„Lesen gefährdet die Dummheit“

Gabler Wirtschaftslexikon

Wie rezensiert man ein Lexikon? Völlig ausgeschlossen, die Definitionen zu den 26.000 Stichwörtern im gerade neu erschienenen Gabler Wirtschaftslexikon zu lesen und dazu auch noch ein kritisches Urteil zu Papier zu bringen! Also stelle ich Ihnen die sechs Bände eines Werkes vor, die druckfrisch vor mir liegen und sich gleichwohl als Klassiker im lexikalischen Kanon im deutschsprachigen Raum fühlen können. Denn die in Rede stehende Ausgabe ist die 19. Auflage des „Gabler“. Wenn jeder, der in Deutschland, Österreich oder der Schweiz auch nur im Entferntesten etwas mit Ökonomie zu tun hat, dieses Kurzwort hört, weiß er worum es geht. „Der Gabler“ ist wie „der Brockhaus“ – wir sind damit auf dem Olymp deutscher Erklärkunst. Das ist beileibe kein Denkmalstatus, aber schon ein weltweit gültiges Gütesiegel. Lexika gab es schon im antiken Griechenland. Aber das Land, in dem der Buchdruck erfunden wurde, gilt zu Recht auch als jenes, das die Lexikonkultur der Neuzeit beginnend mit dem frühen Mittelalter begründet hat. Das steht im direkten Kontext zu den akademischen Traditionen unseres Landes, an denen sich Forschung und Lehre auf dem gesamten Globus orientiert haben. Dazu gehörte auch der Anspruch, Begriffe in höchster Präzision zu definieren. Denn das war die Grundlage für jeden wissenschaftlichen Disput intradisziplinär, und erst Recht dann, wenn verschiedene Wissenschaftsgebiete miteinander kommunizieren.

Das Gabler Wirtschaftslexikon erschien 1956 zum ersten Mal. Weitere 18 Printausgaben folgten. Parallel ist das Werk seit Mitte 2009 auch in einer Onlineversion verfügbar. Diese elektronische Version folgt nicht nur dem Zeitgeist, sondern hat die Handhabbarkeit und Aktualität deutlich verbessert.

Aber während andere Lexika heute nur noch virtuell existieren, kommt „der Gabler“ auch weiter gedruckt. Es gibt also noch genügend Menschen, die das gebündelte Wissen rund um die Wirtschaft auch griffbereit im Bücherschrank haben möchten.

In welcher Konfiguration auch immer: der hohe Standard in der Bearbeitung der eingangs schon genannten 26.000 Stichwörter ist das Markenzeichen dieses Wirtschaftslexikons. Weil das Niveau so hoch ist, hat der Titel innerhalb des sehr vielfältigen lexikalischen Schrifttums eine Alleinstellung. Gehalten hat er diese Ausnahmeposition, weil ein zentrales Augenmerk des Verlages immer auf die Entwicklung neuer Begrifflichkeiten gerichtet war. Globalisierung, technische Entwicklungen, neue Rechtssetzungen sind immer auch mit neuen Termini verbunden. Diese nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern in höchster semantischer Qualität auch zu definieren – das ist das Markenzeichen des „Gabler“. Verantwortlich dafür sind die kundigen Lektoren im Verlag zusammen mit 200 Fachautoren, die die ebenfalls 200 Sachgebiete bearbeiten.

Diese Definitionen stehen im Netz unter www.wirtschaftslexikon-gabler.de zur Verfügung. Und zwar kostenfrei. Drei bis vier Millionen Page Impressions pro Monat sind für ein Fachlexikon eine gewaltige Zahl. Die Website wurde gerade überarbeitet. Neben einer neuen Optik bietet sie den Nutzern verbesserte Funktionalitäten und einen optimierten Zugang über alle mobilen Endgeräte.

Ob aus den sechs gedruckten Bänden oder der Online-Version: zitiert wird weiter immer dann, wenn es um aktuelle und exakte Definitionen rund um die Wirtschaft geht, aus dem „Gabler“. Kein Doktorvater (das gilt, Sie sehen, auch ich mühe mich um die „Geschlechtergerechtigkeit“, natürlich auch für Doktormütter) ließe es durchgehen, wenn in einer Dissertation auf Wikipedia verwiesen würde. Die dort sehr engagierten Kollegen sehen es mir nach, aber in der Wirtschaft ist und bleibt „der Gabler“ das Maß aller Dinge.

Gabler Wirtschaftslexikon
19. Auflage 2018
SpringerGabler, Wiesbaden, 2018
ISBN 978-3-658-19570-0
www.wirtschafts-lexikon.gabler.de

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