Auf dem Weg zu einem echten Kreislauf
Nur ein kleiner Teil der modernsten Altpapiersortieranlage in Deutschland

Auf dem Weg zu einem echten Kreislauf

Eines der wenigen ÖPP’s in der Hauptstadt

In der Wertstoff-Union Berlin kooperieren der größte kommunale und der größte private Entsorger Deutschlands.

Die Wertstoff-Union Berlin betreibt seit dem Jahr 2012 eine der größten Papiersortieranlagen Deutschlands. Je hälftig beteiligt, sind die Berlin Recycling GmbH als hundertprozentige Tochter der Berliner Stadtreinigung und das westfälische Kreislaufwirtschaftsunternehmen REMONDIS. Gemeinsam sind acht Millionen Euro investiert worden. In nur neun Monaten Bauzeit entstand bis September 2012 eine 4.000 Quadratmeter große Halle und in ihr eine der modernsten Altpapiersortieranlagen Deutschlands. Jährlich werden hier etwa 120.000 Tonnen für die Wiederverwertung aufbereitet. Lesen Sie im Folgenden, welche Impulse hinter dieser öffentlich-privaten Partnerschaft standen und wie die Kooperation bis heute läuft.

Die Wertstoff-Union Berlin GmbH wurde im Jahre 2011 ins Leben gerufen. Ziel war es, innerhalb relativ kurzer Zeit eine zentrale Altpapiersortieranlage zu errichten und so einen Beitrag zur Verwertung der erheblichen Altpapiermengen zu leisten, die in Berlin und Brandenburg gesammelt werden. Der eine Partner, Berlin Recycling (BR), ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen der Berliner Stadtreinigung (BSR) und als solches in Berlin Marktführer bei der Sammlung von Altpapier aus privaten Haushalten. Um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens fortentwickeln zu können, wollte man sich auch in der Sortierung und Vermarktung von Altpapier engagieren. Für diesen Schritt und angesichts einer erheblichen Investitionssumme war ein erfahrener privater Partner gefragt. So wurden Gespräche und Verhandlungen mit verschiedenen Interessenten geführt. REMONDIS überzeugte nicht nur durch das attraktivste Kooperationsangebot, sondern auch durch seine langjährigen und einschlägigen Erfahrungen im Bereich der Kreislaufwirtschaft. Zudem betrieb REMONDIS in der Berlin-Neuköllner Lahnstraße bereits ein großes Areal und steuert von dort aus seine Aktivitäten in Berlin und den Neuen Bundesländern. Auf diesem Gelände konnte nun auch die neue Altpapiersortieranlage entstehen. Mit der Berliner Stadtreinigung und REMONDIS schlossen sich jene Unternehmen zusammen, die auf der einen Seite die größten Erfassungsmengen in der Region für sich reklamierten konnten und die auf der anderen Seite die effizientesten technischen Lösungen bereithielten.

Gedeihliches Wachstum

Mit einer Investition von zehn Millionen Euro wurde zwischen Dezember 2011 und September 2012 eine 4.000 Meter große Halle und in ihr die modernste Altpapiersortieranlage Deutschlands errichtet. Das Gelände an der Lahnstraße erschien den Partnern als idealer Standort, weil es bereits abfallwirtschaftlich genutzt wurde, an Straße, Schiene und Wasserstraße angebunden ist sowie eine zentrale Lage in unmittelbarer Nähe zum Berliner S-Bahn-Ring und zur Innenstadt-Autobahn vorweisen kann. Seit der Einweihung im September 2012 werden dort im Zwei-Schichtsystem circa 120.000 Tonnen Altpapier im Jahr zu hochwertigen Qualitäten für die Papierindustrie sortiert. Der damalige Senator für Stadtentwicklung und Umwelt und heutige Regierende Bürgermeister, Michael Müller, hatte ausgerechnet, dass dies einer Holzmenge entspricht, die fast so groß ist wie der Berliner Grunewald – und dieser wiederum sei der größte Stadtforst in Deutschland. Das Altpapier stammt aus Gewerbe, Handel, Industrie und privaten Haushalten.

Die BSR als kommunaler Anteilseigner war nun unabhängig von Drittanlagen und konnte sich über die Tochter Berlin Recycling einen Schritt in der Wertschöpfungskette fortentwickeln. Altpapier wurde nun nicht mehr nur gesammelt, sondern auch professionell aufbereitet und vermarktet. Nicht zuletzt sind bis heute immerhin 20 tariflich entlohnte Arbeitsplätze entstanden, und dies in einem Bezirk, der geradezu klischeehaft für die Herausforderungen von Integration und sozialem Ausgleich steht. Auch dem privaten Anteilseigner REMONDIS war daran gelegen, seine Wertschöpfungskette in der Region auszubauen, sich als Partner der Papierindustrie zu empfehlen und an besseren Vermarktungspreisen zu partizipieren. Beide Seiten konnten ihre Marktposition in der Region bis heute deutlich stärken. Die Wertstoff-Union Berlin hat an dieser Entwicklung einen beträchtlichen Anteil. Die Partner sind sich einig, die regelmäßigen Jahresüberschüsse im Unternehmen zu belassen. Auf diese Weise sollen das Eigenkapital gestärkt und Investitionen in ein nachhaltiges Wachstum ermöglicht werden.

Die Kooperation hat sich in den bisherigen sieben Jahren sukzessive weiterentwickelt. Das Produktfeld konnte von der reinen Altpapiersortierung auf Kunststoffe und Folien erweitert werden. Die Umsätze sind von 12,9 auf mehr als 17 Millionen Euro im vergangenen Jahr gestiegen. Die Voraussetzungen sind also gut, dass es REMONDIS und die BSR gemeinsam über das verflixte siebte Jahr schaffen. Beide Seiten bewerten die Kooperation als harmonisch und professionell, sowohl auf der persönlichen als auch auf der geschäftlichen Ebene. WUB-Geschäftsführer Lutz Wedegärtner verweist darüber hinaus auf die hohe Akzeptanz, die das Unternehmen im Bezirk Neukölln, bei Parteien, Stiftungen und Universitäten genießt. Zu diesem Stimmungsbild passt, dass der Name des Unternehmens bei einem Besuch in der Alten Försterei entstand, dem Heimstadion des 1. FC Union Berlin. Die beiden Geschäftsführer teilten die gleichen fußballerischen Präferenzen und so stand der ambitionierte Verein aus dem Berliner Südosten Pate für ein ebenso ambitioniertes Unterfangen, das im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung nicht nur den beteiligten Partnern, sondern auch den Bürgern der Hauptstadt und nicht zuletzt der Umwelt hilft.

Info:
www.berlin-recycling.de
www.remondis.de
www.wertstoffunion.de

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